16. Januar 2012
Ich kaufe trotzdem DVDs.
Der ein oder andere weiß, dass ich gerne Filme schaue. Der ein oder andere weiß auch, dass ich sie mir generell als legal erworbenes Medium ansehe. Ich greife zum Regal, hole die DVD aus der Hülle, lege sie in den Player, lehne mich zurück und freue mich auf sofortigen Filmgenuss. Alles ist so einfach und wird dann letzten Endes doch von einer quälenden Minute zerstört. Wenn man Glück hat, ist es wirklich nur eine Minute. Denn jeder wird wohl das Trauerspiel kennen, wenn die DVD sich zu drehen beginnt.
Wie ein junger Soldat stürzt man sich voller Euphorie und siegesgewiss in die Schlacht, immer das Ziel vor Augen und gleichzeitig blind für das, was einen zunächst erwartet. Man sieht Tod und Verderben. Man wird ungeduldig und verliert die anfängliche Euphorie schneller, als die Kugel über das Schlachtfeld fliegt oder der Trailer über den Bildschirm. Die eingelegte DVD entpuppt sich als Trailerschleuder. Die sorgfältig zur Seite gelegte Fernbedienung ist ausgerechnet in diesen schmerzhaften Sekunden der Realisierung dessen, was da vor sich geht, nicht mehr bequem erreichbar. Man muss den Kopf heben, sich aufstützen und die Fernbedienung mit ausgestreckten Fingerspitzen zu sich ziehen. Obwohl man eigentlich die Entspannung suchte, muss man nun erstmal im Halbdunkel des Zimmers den richtigen Knopf finden, um jeden einzelnen Trailer zu überspringen. Vielleicht guckt man noch einen interessanten, doch spätestens danach landet man auf irgendeiner Rille der DVD, die man nicht skippen kann. Man ist gezwungen, auf ein Bild voller Text zu starren. Irgendwann wird man ungeduldig und beginnt tatsächlich, die ersten paar Zeilen rechtlichen Geschwafels zu lesen. Das ist der Moment, in dem es weitergeht.
Nun kommen wir an dem Punkt an, wo jeder ehrliche Käufer bestraft wird – immer. Entweder es ist noch ein Text oder im schlimmsten Fall ein längeres “Filmchen”. Beide Methoden weisen einen auf die eine oder andere Art und Weise darauf hin, dass man urheberrechtlich geschütztes Material nicht kopieren darf… Ich KAUFE einen Film. Ich kriege WERBUNG in Form von Trailern vorgesetzt. UND ZUSÄTZLICH VERSCHWENDET MAN MEINE ZEIT, MIR, EINEM EHRLICHEN KÄUFER DES FILMS, ZU ERKLÄREN, DASS MAN FILME GEFÄLLIGST KAUFEN SOLL… FU.
11. Januar 2012
Ich höre sehr gerne Podcasts. Am liebsten gute. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinen guten über deutschen Hip-Hop gibt, was mich sehr wundert. Denn eigentlich scheint die deutsche Rap-Szene sehr internetaffin zu sein. Jeder Rapper hat einen Twitter-Account, es gibt unzählige Blogs zum Thema und sauviele halbprofessionelle Nachrichten- und Reviewseiten. Hip-Hop ist so vielschichtig, dass man sogar mehrere unabhängige Podcasts damit füllen könnte. Neben der Graffiti- und Breakdance-Szene bietet es allein musikalisch eine Bandbreite von Oldschool bishin zu Straßenrap und der neuen Generation in Form von Casper, Cro und co. Also das reinste Keimbecken für Podcaster. Eigentlich.
Wo liegt nun das Problem? Kam noch niemand auf die Idee oder hat sich die Idee nicht durchgesetzt? Wahrscheinlich traut sich niemand. Die deutsche Rap-Szene ist vielleicht zu kritisch, als dass sich jemand öffentlich mit seiner Stimme zum Thema äußern wollen würde. In der Vergangenheit haben sich viele Hopper nicht unbedingt tolerant innerhalb der Szene gezeigt. Jeder Hype hat seine Hater. Seien es Fans von Prinz Pi, die sich mehr über seine Frisur auslassen, als seine Musik zu feiern. Oder Forenbeiträge, in denen Casper bestenfalls den Titel “Emo-Rapper” trägt.
Man sollte darüber hinweg sein – oder zumindest darüber hinwegsehen. Rapper tragen heute tighte Jeans und alle Mütter wurden bereits gefickt. Die Top Ten ist wieder ein realistisches Ziel und die Fans sind andere, als noch vor zehn Jahren. Nachdem sie gesundgeschrumpft ist, wächst die Szene wieder, ohne alte Werte abzustoßen. Rap ist vielschichtig geworden. Und so wie die neuen Einflüsse akzeptiert werden, sollte auch jede Meinung zu dem Thema akzeptiert oder konstruktiv diskutiert werden. Ist es also nicht langsam an der Zeit für einen Podcast über deutschen Hip-Hop?
9. Januar 2012

Fertig gelesen und zufrieden damit.
Ich bin alles andere als eine Leseratte. Ich liebe zwar Bücher, ihre Cover und das Gefühl, eines in Händen zu halten, aber nichtsdestotrotz lese ich unregelmäßig, wie und was ich will. Zum Beispiel Andreas Eschbachs Roman “Eine Billion Dollar“. Mit rund 800 Seiten eines dieser nahezu dicken Bücher, die ich sonst meide. Ich verschlang es aber schneller und lieber, als viele andere, weil sich die Geschichte in einem tollen Fluss liest.
Es geht um John Fontanelli, der sagenhafte eine Billion Dollar erbt. (Das sind tausend Milliarden.) Er ist somit schlagartig der reichste Mann auf der Welt und soll mit seinem Vermögen die Zukunft der Menschheit sichern. Und mehr will ich gar nicht verraten. Mich faszinierte bereits diese Ausgangslage. Und wie es so ein Bestseller heutzutage an sich hat, lernt man ganz nebenbei zahlreiche wirtschaftliche Zusammenhänge. Also für mich waren sie zumindest neu, weil ich viel zu oft schlecht über BWL-Studenten rede. Jetzt habe ich aber das Gefühl, zumindest die Idee und die Zusammenhänge dieser Finanzwelt zwischen ein paar Seiten Papier erkannt zu haben.
Holt es, leiht es oder lasst es euch schenken, wenn ihr Lust auf ein verständliches Sachbuch in der Verpackung eines interessanten Romans habt.
6. Januar 2012
FSJ
Ich war in Luxemburg und in der Schweiz. Ich hatte ein schönes Seminar im Schnee und kündigte meinen FSJ-Vertrag, um weitere Seminare zu vermeiden. Ich blieb aber als Praktikant in Offenbach und verlängerte mein Jahr um ein paar Monate. Ein neues Team wurde begrüßt und ein großes Fest wurde gefeiert. Schlussendlich verließ ich die WG und zog wieder ins Hotel Mama ein.
Studium
Ich entschied mich spontan, mich an der HAW für Kommunikationsdesign zu bewerben. Ich machte kurzer Hand eine Mappe. Ich kaufte mir ein MacBook. Ich wurde zur Eignungsprüfung eingeladen. Ich verbrachte Zeit in Hamburg. Ich bestand die Prüfungen. Ich bewarb mich mit meiner Prüfungs-Note. Und jetzt warte ich bis Ende Januar auf eine Antwort.
Konzerte und Veranstaltungen
Davon gab es jede Menge. Im Februar sah ich in der Schirn eine Ausstellung über Courbet und auf der Mathildenhöhe eine über Expressionismus. Ich war im English Theatre und im Red Cat. Die Nacht der Museen war schön und das Musikschutzgebiet war klasse. Auf dem Hessentag sprengte die YOU-FM Night alles dagewesene, sogar die riesige Just White Party und Linkin Park. Das Museumsuferfest war pure Liebe und das Folklore ein kleiner Traum. Mit dem besten Michi sah ich Prinz Pi, Casper und Maeckes live. Mit dem besten Basti war ich in Stuttgart auf eine Konferenz über Web-Developement. Außerdem träumte ich zu Filmmusik in der alten Oper.
Also
Ich wurde runde 20. Ich traf Entscheidungen und lernte Dinge, die ich niemals vergessen werde. Ich lernte beste Menschen kennen und ich verliebte mich. Ich war ständig unterwegs und immer beschäftigt. Meine Krisen waren gut. Meine Erfolge waren besser.
Danke an alle, die bei mir waren.