25. Januar 2010

Nachdem “Gonger – Das Böse vergisst nie” scheinbar wie eine Bombe einschlug, entschied man sich bei Pro7 für einen zweiten Teil des Horrors. Gonger returns sozusagen. Und da ich den ersten Teil fasziniert verfolgte und durchs Kotzen mehrere Kilo abnahm, war ich natürlich gespannt, ob man das toppen gun, äh… kann.

Und ja man kann es toppen. Die Messlatte wurde so tief gelegt, dass es gelang. Gonger 2 ist der schlechteste deutsche Horrorfilm. Sogar die Nacht der lebenden Loser hatte mehr Charme. Das fängt schon am Anfang an. Helma, die neben Philipp den ersten Teil mit Psychosen überlebte, träumt, dass Philipp zurück ist, glaubt an ihre übernatürlichen Kräfte und geht deshalb zu der gefährlichen Geistervilla. Wo soll er auch sonst auf sie warten. Dort angekommen, erscheint das blasse Gonger-Ding, Helma erschrickt und fällt tief. Philipp ist derweil in Indien, träumt oder hat eine böse Ahnung, dass Helma etwas zugestoßen ist. Mhm… also läuft er wie Jason Bourne durch Slumdog-Millionaire-Elendviertel, um zu seinem weisen Inder zu gelangen.

Blablabla. Einige dumme Dialoge und sinnlose Taten später ist er in der Spukvilla und trifft unerwünschte Verbündete, die sich als Verwandte der Gonger-Opfer herausstellen. Außerdem taucht im selben Moment ein Geiserjäger mitsamt Equipment auf. Mal abgesehen davon, dass er sofort bei 9Live anfangen kann, war er scheinbar Rocker. Denn aus seinem schwarzen Tourbus holte er die ultimative Anti-Gonger-Waffe raus. Einen Gonger kann man nämlich nur auf eine Weise loswerden. Man braucht einen großen Ring aus Boxen. Dieses Gebilde nennt man dann professionellerweise Woofer.

Wir haben also die Geistervilla, Jason Bourne, die Gothic-Tusse, den Emo, den Captain des Footballteams, die nervige Emanze und Van Helsing. Eigentlich eine gute Basis, sollte man meinen. Der Schrecken ging aber unentwegt weiter. Die Todesvilla wird gemütlich eingerichtet und mit einer Überwachungsanlage aus allerlei leuchtenden und drehenden Anti-Gonger-Dingen ausgestattet. Das unerwünschte Hilfskomitee schert sich einen Dreck, um die persönlichen Rachewünsche und spielt lieber bei lauter Musik Bällchen Werfen. Sogar Dates werden während der ach so wichtigen Mission vereinbart. Der Film verkommt zu einer Farce. Ich beginne mit dem Licht zu flackern, um ein wenig do-it-yourself-Spannung einzubauen. Wie sehr wünschte ich mir einen Freddy Krüger, der sich durch meine Wohnzimmertür hackt, um dann zu merken, dass er neben dem Film all seinen Schrecken einbüßen muss und zu weinen anfängt. Das ist Gonger!

Außerdem hatte Philipp aka Jason Bourne auch eine Geheimwaffe aus Indien mitgebracht. Er ist noch ein Mann, der um die ganze Welt reist, um des Rätsels Lösung zu finden. Und was bringen schon Boxen, wenn man altindisches Gerät vorzeigen kann. In diesem Fall… ähnlich wenig. Unser Bourne brachte eine mysteriöse Box mit, die sage und schreibe… ein Messer enthielt.

Sehr überrascht war ich von dem Twist. Philipp ist nämlich mit dem Gonger-Balg verwandt! Dödödöööm! Vermutlich wurde das auch schon im ersten Film gesagt, aber gut zu wissen. Naja. Entschuldigt die mangelnde Struktur. Ich versuche euch nur den Film nahezubringen.

Aber das schlimmste, das aller aller allerschlimmste, war neben dem Ghostbusterssoundtrack und den Dorfbewohnern, die mit Fackeln durch die Straßen liefen und irgendwie nichts bewirkten, das schlimmste war, dass keiner bis 21:55 Uhr gestorben ist, obwohl es im Final Destination Style (nur eben ohne Spannung) mehrmals angesetzt war. Man hat den herbeigesehnten Tod sogar ein paar mal gesehen, aber es waren nur fucking fucking fucking Träume, die zufällig kurz vor dem eintretendem Unfall zu Ende waren, sodass der Träumer immer zu Hilfe kam. Leider konnten das alle und keiner zweifelte an seinem verdammten Traum. Was sind das bloß für abgefahrene Träume, die die da alle haben? Ich hasse sie alle.

Puh… Wahrscheinlich könnte ich noch ein paar Kleinigkeiten erwähnen, aber es soll ja zu keiner Hasstirade verkommen, weil es eigentlich eine Hassliebe ist zwischen Gonger und mir. Und weil der Film auch positive Seiten hatte, will ich die nicht vorenthalten und im Folgenden aufzählen:

  1. Licht- und Schatteneffekte waren übertrieben aber irgendwie noch halbwegs gut.
  2. Til Schweiger hat nicht mitgespielt.

Achja! Am Ende weiß man nicht genau, was passiert ist, aber Philipp dreht sich in Indien um und sieht aus wie Anakin in Episode III.

Dass heißt soviel wie: “Ich bin jetzt der fucking Gonger, weil meine Augen leuchten. Teil 3 wird kommen.” Das machte mir dann doch Angst.

2 Kommentare

  1. Gonger ist bestimmt ein Kracher. Als du getwittert hast, du würdest Gonger 2 schauen, da hab ich mich erstmal gefragt: Guckt Ede jetzt Hardcore-P0rns? Gonger… Komischer Name. Muss was Krankes sein. Ist es auch, wie wikipedia mir dann verriet: Deutscher Horror.

    Nach deinem Review muss ich resignierend feststellen: Wahrscheinlich die gleiche Farce wie jeder andere Genre-Möchtegern-Hit der deutschen Filmindustrie. Allein der Name. Gonger…

    Aber auch von mir einen Pluspunkt, weil Til Schweiger sein Gesicht aus der Kamera lässt.

  2. Ich hatte mir ja wirklich felsenfest vorgenommen, Gonger 2 bis zum Ende anzuschaun, da ich mit dem ersten Gonger damals schon meine wahre wahre Freude hatte (Jetzt nicht beim Zusehen, aber dafür umso mehr beim Gonger-Bashing den Tag darauf in der Schule xD ). Aber wie auch immer, meine guten Vorsätze zerschmetterten praktisch schon an den ersten Filmszenen, genauer gesagt an dem ultra-dramatischen Zeitlupen-Gelaufe durch das Inderviertel. Sry, aber das war einfach zu viel und so musste ich Eduard die Bürde übergeben, den Film zu Ende zu sehen.

    Burni #