
Ich mag das Abitur nicht. Es gibt einem das Gefühl, dass die zwölf hart erkämpften Schuljahre nur bedingt eine Rolle im Abschlussprofil spielen. Man versucht sich nochmal alles ins Gedächtnis zu rufen, lernt aber im Grunde vieles Altvergessenes für einen begrenzten Zeitraum neu dazu. Anstatt also ein breites Gesamtbild des Schülers zu präsentieren, fokussiert man das Blickfeld beim Abitur auf die letzten zwei Jahre inklusive der Abschlussprüfungen, die man gemeinhin als Abitur bezeichnet. Soviel zum Thema: “Die Schule ist fies.”
Eigentlich wollte ich mich dazu äußern, wie ich mich auf die nächste Woche und die drei finalen schriftlichen Prüfungen vorbereite(t habe). Vor mir liegen Geschichte, Englisch und Mathe. Alle drei Fächer als Zentralabitur, also landesweit identisch.
In Geschichte habe ich -wie schon seit Ewigkeiten- nur einen groben Überblick, obwohl es mein primärer Leistungskurs ist. Das liegt einerseits an meinem furchtbaren Gedächtnis, das nur für viele grobe Zusammenhänge gebrauchbar ist. Gefährliches Halbwissen vorprogrammiert! Andererseits kann ich mir das bei unserem Tutor erlauben, da er kein Faible für Jahreszahlen und Details hat. Geschichte also nur grob ein paar unterrichtsunabhängige Texte gelesen und überflogen. So werde ich wohl auch in die letzte Woche gehen, wenn auch häufiger, regelmäßiger und gezielter.
Mein Zweit-LK Englisch kommt einen Tag nach dem Auftakt und wird von mir kategorisch vernachlässigt. Wahrscheinlich werde ich am Vortag nochmal ordentlich reinhauen und mich mit diversen Google-Suchbegriffen durch die Webgeschichte browsen. Ansonsten wird sich wie üblich englisch durchs internationale Web gewälzt und möglicherweise ein englischsprachiger Film geschaut.
Und dann, schließlich, ganz am Ende der Woche folgt mein größter Feind: Mathematik. Eigentlich war Mathe rückblickend stets mein bestes Hauptfach. Und ich bin auch heute noch begabt darin, mit Zahlen und Zeichen zu jonglieren. Es mangelt einfach am Elan und der Motivation. Oberstufenmathematik muss man nicht spontan können, wenn man es nicht zum Studien- und Berufsziel erklärt. Es ist absurd, solch ein Fach jungen Erwachsenen verpflichtend anzubieten. So what? Ich bin verdummt. Da ich keinen hohen Wert in den komplexen Rechnungen sehe und meine Lehrerin zudem ohne jegliche Herausforderung und weit hinterherhinkend unterrichtet. Niedriges Niveau und lahmes Tempo machen dieses Fach somit zu meinem persönlichen Endgegner. Ich habe mir also das Ziel gesetzt, die Bestie zumindest soweit zu bändigen, dass mir zu allen drei großen Bereichen (analytische Geometrie, Analysis und Stochastik) keine elementaren Fragen offen bleiben. Und diese Aufgabe wird trotz Grundkursniveau mein Walhalla.
Und obwohl sich letzteres unheimlich anhört, weil ich scheinbar geschlampt habe und auch sonst eher faul war, muss ich doch sagen, dass ich mich nicht von der allgemeinen Hektik und Nervosität unterkriegen lasse. Ich freue mich zeitweise sogar auf die Klausuren respektive auf die Zeit danach. Ich bin einfach gespannt und stolz, dass ich die Klausuren hinter mich bekommen werde, ohne eine zusätzliche Lektüre gekauft zu haben und ohne mir zwangsweise kurzfristiges Wissen angehäuft zu haben. Ich schreibe unter verschärften Bedingungen, die keiner sonst wahrnimmt, aber das ist mir egal, weil ich es mir erlauben kann und weil ich kein Arzt, Jurist oder Psychologe werden möchte.
“Ich schreibe mein” und dann? Da fehlt noch was oder ist das Absicht?
Geschichte ist bei mir ähnlich wie bei dir, außer, dass mein Tutor (meiner Meinung nach) zu viel auf Daten achtet, als doch lieber einen guten Zusammenhang im Fluss zwischen den einzelnen Phasen zu fördern. Deswegen wir die Französische Revolution auch einfach grunsätzlich ausgeblendet und nur grob im Hinterkopf gehalten. 1830-1945 wär ganz gut, besonders so Kaiserreich und so. ;)
Da ich keine Lust habe, Romane zu verfassen, reichen mir hier Kommentare, um nicht alles zu kopieren. :)
Englisch. Nun ja. Ich sollte wohl mehr machen, aber man kennt das ja. Ist ja nichts Neues seit mehreren Jährchen. ;)
Mathe. Nun ja. Bis dahin hab ich ja glücklicherweise noch Zeit. Anfang Juni. Dafür hab ich ja Deutsch. Ich denke das sollte auch passen, wenn man das besonders intensiv nach Geschichte und Englisch angeht. :)
So long.
Indeed. Da hat WordPress meinen nachträglichen Satz geschluckt. Lösch ich es halt. War eh nur pathetische Selbstbeweihräucherung at it’s best. ;)
Ein Hoch auf die, die leben statt lernen. *prost*