24. März 2010

Die Tage lassen sich nicht mehr zurückverfolgen. Alles ist so schwammig. Man kann sie ebenso wenig zurückverfolgen wie die Wellen im Meer. Die Zeit fließt an uns vorbei und reißt den einen oder anderen Geliebten weg.

Als Sam zu uns kam, war sie jünger als einen Monat. Einen Monat später starb mein geliebter Kater Tom, der mich mein ganzes junges Leben begleitet hatte. Es war ein qualvoller Tod. Über mehrere Wochen zog es sich hin, bis er schließlich vor meinen Augen aufgab. Das war im Sommer 2008.

Im Sommer 2009 schenkte Sam einem neuen Kätzchen das Leben. Toschka war geboren. Nun hatten wir also zwei kleine schwarze Katzen im Haus. Brutales Chaos, wenn man zuvor einen alternden Schmusekater hatte. Die Biester stritten sich, weckten uns und pissten sich einmal quer durchs Haus. Doch die Lage beruhigte sich einigermaßen und unsere Wollknäuel wurden unverzichtbar. Stets war ein Kandidat anwesend, wenn man mal spielen oder schmusen wollte.

Wenn man heute ins Wohnzimmer geht, muss man Glück haben, um zumindest Toschka zu begegnen. Nachdem wir nämlich Sam damals zufällig gefunden hatten, ist sie nun genauso unerwartet von uns gegangen. Vor Kurzem waren wir noch mit ihr bei der Tierärztin, um weitere Katzenbabys zu verhindern. Nachdem sie sich davon erholt hatte, ging Sam wieder öfters raus und kam dann irgendwann nicht mehr wieder.

Katzen sind sehr freie Tiere, die durchaus länger verschwinden können. Jedoch verliert man nach vielen Tagen die Hoffnung, dass eine vertraute Gestalt am Fenster kratzt, wenn die Tage winterlich weiß waren. Alles mögliche kann geschehen sein. Man hofft auf das beste. Vielleicht wurde sie weitergegeben, um für eine andere Familie da zu sein.

2 Kommentare

  1. Diese Tiere, die man eigentlich als Wesen abstempelt, wie sie für uns Menschen nicht gleichwertig sein können, wandeln sich zu vertrauten. Was also machen, wenn eine vertraute Person plötzlich nicht mehr da ist? Trauern? Nichts tun? Schwierige Entscheidung! Ich finde möglichst das beste aus der Situation machen.
    Ich könnte glaube derzeit nicht ohne Hund leben, auch wenn ich diese Erfahrung bei der Bundeswehr wohl machen muss. Schade. So unerzogen so manches Haustier sein mag, so lieb gewinnt man es doch. Quasi wie einen Freund. Nur als abstrakter Mensch.

  2. Ich kam aufgrund der Tatsache, dass sowohl mein Vater als auch ich allergisch gegen Hausstaubmilben und das ein oder andere Tierhaar sind, in den Genuss eines Haustieres, weder Hund noch Katze. Aber ich kann – wenn auch nur ansatzweise – nachvollziehen, dass der Verlust eines solchen Haustieres nicht ganz ohne Schmerz und Trauer über die Bühne geht.

    Ich drück Dir die Daumen, dass deine Katze von Gott auch wieder zurückgegeben wird.