Normalerweise werde ich nicht zu Ostern beschenkt, aber heute haben sich diverse TV-Anstalten erbarmt und mir ein pralles Osterprogramm geboten. Ein flüchtiger Blick ins Programmhaft bescherte mir reichlich Freudeszucken. Gleich vier Filme hätte ich heute gucken können. Leider überschnitten sie sich alle über kurz oder lang, sodass ich mich für ein oder zwei Titel entscheiden musste.
Ich wählte zunächst den Prime-Time-Family-Hit “Pom Poko” aus dem japanischen Studio Ghibli, die verantwortlich sind für Animeklassiker a la “Prinzessin Mononoke” und “Das wandelnde Schloss”. Ein guter Film, weil er es schafft Marderhoden geschickt in Bild und Story einzubauen. Respekt! Zeitgleich lief “American Pie 2″, sodass ich mich in den Werbepausen mit weiblichen Brüsten begnügen konnte. Ein erfüllter Abend, den man so nur mit Pornos hat.

Soweit so gut. Ich hätte auch die tänzelnde “Honey” gucken können. Vielleicht ein andermal. Den “Da Vinci Code” kannte ich bereits und “Evan allmächtig” habe ich auch schon für schlecht befunden. Ansonsten liefen im Spätprogramm “Aliens vs. Predator 2″ und “L.A. Confidential” an. Ebenso der dritte “American Pie”. Hätte ich alles gut und gerne geguckt. Trotz der qualitativen Sprünge. Noch bombiger war nur noch “Casino”, der bald startete. Der lief dann aber auch bis spät in die Nacht, was mir auf Grund von bevorstehender Wochenendarbeit missfiel.
Also auf nichts fixiert und wahllos herumgezappt, bis ich ein zweites Mal auf Tele5 hängen blieb. Dort sah man dunkle Bilder, schlechte Schnitte und zerkratzte Videobänder. Original Eastern-Kino! Ich war hin und weg, als das Intro eingespielt wurde. Knallbunt einfarbig am Hollywoodkino orientiert. “Wu Kung” wurde eingeblendet. Grafiken von Pistolen wurden verspielt ins Bild geschoben und eine Silhouette des Protagonisten folgte. Im Hintergrund lief währenddessen der Score vom unglaublichen “Shaft”! Ich war verliebt – wie in das tätowierte Mädchen, das mich zu “Zurück in die Zukunft” zwingen würde…!
“Wu Kung – Herr der blutigen Messer” fing fulminant an und hörte noch brachialer auf. Wie immer konnten alle Chinesen irgendwelche Kampfsportarten und hatten Sprüche drauf, über die keiner lachen konnte, weil ja Asiaten diszipliniert sind. Die Figur des Vaters wurde eindrucksvoll vergessen und brennende Sachen explodierten alle nach gewohnter Manier. Für fünf Jahre Knast geht unser Protagonist auf einen Rachefeldzug, der in “Oldboy” Familienmord und 15 Jahre Isolation und in “Kill Bill” 4 Jahre Koma durch Kopfschuss, einen erledigten Bräutigam und ein totes fast Neugeborenes als Motive brauchte. Übrigens hatte Wu Kung gar keine Messer. Es reichten ein paar gekonnte Handkantenschläge.
(Anm.: Da Wu Kungs Originaltitel “Mo gui tian shi” bei der Bildersuche hauptsächlich langweilige Pornobildchen hervorbrachte, verzichtete ich auf ein atemberaubendes Titelbild… und suchte den hodenschwingenden Marderhund.)