EDEkdoten: Party in Berlin

April 15th, 2010 — 0 Kommentare

Es war einmal ein Ede, der nach einer ausgiebigen Weinprobe in bester Feierlaune war. Mit dem Sohn eines wichtigen Politikers begab er sich in die partywütige Finsternis der deutschen Hauptstadt. Ins Taxi gesetzt und anschließend an die eindrucksvolle Eingangsschlange eines Szeneclubs gestellt. Es war ein Club, den er als Provinzbursche nur aus der weitentfernten Welt kannte, die mit viel Glamour und Glitzer in den Medien dargestellt wurde. Ein Ort, an dem sich die Reichen und Schönen treffen. Ein Ort, wo Pille und Pulver fließt.

Gut gelaunt und zur dumpfen Musik mitschwingend, stand er vor den Türstehern. Wo sonst Sympathie und Charisma für einen sozialen Sieg gesorgt hätten, ließen ihn seine sanften Gesichtszüge verlieren. Er sähe zu jung aus. Schockiert krakeelend, da volljährig und nicht ganz bei Sinnen, musste man ihn vom Tor zum Partyhimmel wegschleifen. Wieder im Taxi sitzend, fuhr man zur nächstgrößeren Veranstaltung. Ein Massenevent ohne Selektion. Die Musik dröhnte durch die großen Fabrikhallen und er tanzte sich bis spät in die Nacht von Floor zu Floor.

Am nächsten Morgen, geweckt von der Frage, wann denn sein Zug in Richtung Heimat abfahren würde, antwortete er mit halbnüchternem Blick auf die Uhrzeit: “Vor zwei Stunden.”

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