5. Juni 2010

reviewED: splice

Erwartet jetzt keine ausführliche Review. Ich will eigentlich nur die groteske Faszination für diesen Film niederschreiben. Denn Splice gehört zu der Sorte Film, für die ich freiwillig kein Geld ausgeben würde. Normalerweise. Wenn ich keine Freikarten gewonnen hätte.

Splice ist in erster Linie Fortschritts-, Wissenschafts- und Evolutionshorror. Die Geschichte kann also durchaus intelligent erfasst und hinterfragt werden. Es geht immerhin um Genmanipulation und künstliche Geburten. Doch wenn schon das Labor, in dem die zwei federführenden Wissenschaftler ihre revolutionäre Kreatur erschaffen, mit der Abkürzung NERD daherkommt, kann man davon ausgehen, dass der Film sich nicht ernst nimmt oder dass er ernsthaft schlecht wird. Ich lasse das offen.

Das experimentierfreudige Filmpärchen überschreitet Grenzen der Wissenschaft und der Moral, so wie der Film in einem ähnlichen Maße Grenzen der Vernunft und Plausibilität überschreitet. Wie in einem klassischen Teeniehorrorslasher ist jeder Schritt zu viel. Jedoch macht Splice so gewagte Schritte, dass man gar nicht fassen kann, was gerade auf der Leinwand passiert. Zwar erscheint das oftmals lächerlich (wie man den Lachern des Restpublikums entnehmen konnte), aber es macht den Film wenigstens interessant. Denn Schritte, die nicht rückgängig gemacht werden können, sind nicht wirklich innovativ. Es reicht aber, wenn sie schocken. Jedoch ist der Film nur ansatzweise gruselig. Ich meine einen boulevardesken Schock. Und gerade deswegen finde ich es unerklärlich, dass mich der Film zwischenzeitlich gefesselt hat.

Mein Fazit: Splice ist inhaltlich und formal nicht besser als eine Durchschnittshorrorgurke, aber er fasziniert durch eine Vermenschlichung des Grauens und der daraus resultierenden Tabubrüche.