
Nun. Ja. Jetzt ist der Abigag also gelaufen und ich reflektiere mal.
Es gibt drei Ziele, die man beim Abigag verfolgen kann. Es gibt einmal die Leute, die nur Streiche und Chaos wollen. Die, die im Abigag ein persönliches Anliegen für und von Abiturienten sehen. Diese kamen heute voll auf ihre Kosten. Die Schule hasst uns, weil der morgige Aktionstag eine Lüge war und weil wir das Vertrauen der Schulleitung missbraucht haben. Eine Extremsituation, die man erwartet hat, aber die kein Wunsch war.
Wem das zu hart war, ist wohl eher ein Fan der Strategie: jeder soll Spaß haben. Es wird ein Schulfest veranstaltet, der die ganze Schule beschäftigen soll. Dies war die Tradition der letzten Jahrgänge und wurde wegen der großen Kontrolle gerne von der Schulleitung gesehen. Auch das war ein kleiner Bestandteil unserer Planung. Ein kleines Fest auf dem Sportgelände. Leider wurde dieses Spektakel zu einem Sumpf der Langeweile, wie jedes Jahr. Jedoch konnte das nicht der Maßstab sein, weswegen ich von der Planung und Ausführung sehr enttäuscht war. Aber der Hass, den wir uns morgens zugezogen hatten, nahm dem Circus auch die letzte Sympathie.
Übrig bleiben die, die den Kompromiss favorisierten. Quasi genau unser Vorgehen. Zuerst einen Abistreich der Schulabgänger und anschließend das Schulfest für alle. Wer sich dafür ausgesprochen hat, wird auch zu einem größeren Teil unzufrieden sein.
Ich persönlich war nie für einen Abigag, der allen dienen sollte. Am liebsten hätte ich mich mit einem Grill nach draußen gesetzt und hätte die Schule zuschauen lassen. Jedoch lief es halt auf den Kompromiss hinaus, dem ich mich dann anschloss. Leider verweigerten sich viele, den Kompromiss zu unterstützen. Einige hatten bestimmt keine Zeit, aber es fehlten so viele beim Aufbau, während des Fests und beim Abbau, dass ich von der Einstellung vieler maßlos enttäuscht bin. Andere waren zwar anwesend, aber halfen nicht bis wenig oder waren betrunken. Anstatt zu fragen, wo noch Hilfe benötigt wird, kam so manch einer zu mir, um zu erfahren, wann denn das Abibuch verkauft werden würde. Das ging dann so weit, dass ich mit einem anderen Letzten, alleine den hinterlassenen Müll mit 40km-Umweg zur Deponie fahren durfte.
Dass man einen großen Teil unseres Jahrgangs verhauen muss, ist klar. Ein großer Dank gilt dennoch den Mitschülern und Freunden, die sich immer oder wenigstens heute entgegenkommend und hilfreich verhalten haben. Ihr verdient eine Medaille. Der Rest darf sich bis an den Rest seines Lebens besaufen. Soll ja auch befriedigen…
Nochmal meine konkrete Meinung: Ich bin zwar von vielem Enttäuscht worden, aber letztlich bleibt es ein unvergesslicher Abigag, der immer eine Geschichte wert sein wird. Er war einfach zu krass, um gar nicht zu gefallen.
So schlimm fand ich es gar nicht. Weil ich wusste, dass das Kinderzeugs dann ja wieder rum war. Ich hatte ja immerhin auch meinen Platz beim Menschenkicker, den ich dann doch trotz eines Kollegen größtenteils alleine ausführen durfte.
Aber schlimm, dass viele gar nicht oder erst dann kamen, als alles vorbei war. Dass es die geben wird, die sich betrinken, war klar. Das haben sie ja auch schon gestern Nacht gemacht…
Irgendwas wollte ich gerade noch schreiben, aber habs vergessen.
Ach, ja. Ich weiß wieder. Schade, dass sich alles dann irgendwie doch schon so schnell verlaufen hat. Als ob es vorher nicht schon genug Gruppenbildung gewesen wäre. Nun ja. Man sieht (fast) alle ja noch mal am Abiball…