
Der Abijahrgang Zwanzigzehn hat geladen. Über 400 Leute kamen. Davon sahen 399 ziemlich schick aus. Dennoch herrschte der übliche Umgangston. Möchtegernadel darf man weiterhin im Privatfernsehen begutachten.
Natürlich war alles ein wenig netter und sentimentaler, weil es das allerletzte Beisammensein war. Auch ich ging durch den großen Saal mit dem Gedanken, dass ich die meisten Anwesenden nicht mehr sehen werde. Ich muss auch nicht alle wiedersehen, aber ich werde alles daran setzen, die coolen und wichtigen Menschen meines Schullebens in den nächsten Jahren zu besuchen und mit ihnen in sentimentaler Vergangeneheitsreflexion ein paar Worte zu wechseln.
Eigentlich war der Abiball ziemlich locker. Allerdings hatte ich ganz andere Erwartungen. Einiges habe ich mir besser und vieles schlechter vorgestellt. Ich dachte, die Party im Anschluss würde mehr Anklang finden, jedoch konnte die Stimmung dieses Manko wettmachen. Ich hätte noch mehr Gedanken, aber die kann ich nicht in Worte fassen. Und das ist auch gut so.
Das beste kommt aber noch. Nachdem ich mir heute Nacht die Füße kaputt getanzt habe (beschissene Lederschuhe…), spielt gleich Deutschland gegen Erzrivalen England. Das wird ein Spaß, den ich auch mit Trümmerfüßen genießen.