13. Juli 2010

Mr. Nobody

Mein Name ist Nobody. Mein Leben ist komplex. Zu komplex, als dass ich mich zwischen zwei Optionen entscheiden könnte. Und jede Entscheidung führt zu weiteren Optionen. Die vielen möglichen Lebenswege teilen sich auf ihren Routen und driften auseinander. Aktion und Reaktion befinden sich in einer endlosen Schleife. Wie in einem guten Schachspiel führe ich mir die Konsequenzen vor Augen, bis ich von unendlich viel Chaos umgeben bin. Doch dieses Chaos sehe nur ich, weil ich der einzige Mensch bin, der alle potentiellen Wege durchlebt hat.

Als sich meine Eltern trennten, entschied ich mich nicht. Ich führte einfach zwei Leben. Als ich mich dann für oder gegen meine große Liebe entscheiden musste, tat ich beides. Während ihr euch eurem Schicksal hingebt und vermeintlich einer Geraden folgt, renne ich durch ein Netz, in dem sich meine vielen Identitäten verlieren.

Ich lebe bei meinem Vater, ich lebe bei meiner Mutter. Ich liebe, ich hasse. Ich fluche, ich fluche nicht. Ich habe Kinder, ich habe keine Kinder. Ich bin tod, ich lebe. Mein Name ist Nemo. Ich bin niemand.

“Mr. Nobody” von Jaco Van Dormael läuft derzeit im Kino und präsentiert eine Reise durch die Komplexität der Zeit und des Lebens. Ein Film, der gefühlte vier Stunden dauert, den man verdauen muss und der zu intensiv ist, um von allen geliebt zu werden. Ein Film, mit dem ich Sex haben möchte.

Kommentar

  1. Ich will den sehen!