Unerwähnt

Juli 16th, 2010 — 0 Kommentare

Es gibt Dinge, über die ich nicht spreche, weil… ich einfach nicht darüber spreche. So ein Ding ist zum Beispiel in unserem Garten. Zwölf Meter von unserem Haus entfernt. Es findet eigentlich nie Erwähnung. Ich erwähne selten mal die  Tätigkeit, die darin ausgeführt wird. Und das passiert nur bei Temperaturen, die jenseits von Wohlfühltemperaturen liegen. Da müssen schon die Eier brennen, damit ich es zwanglos verwende und darüber spreche. Es gehört zum Luxus, den man irgendwann ins Unterbewusstsein schiebt. (Wie eine Freundin, die nicht meckert und keine kalten Füße hat.) Und das obwohl es ziemlich awesome und ungewöhnlich ist, einen gefühlt 25m³ großen Teich zum Schwimmen zu haben.

Mein Vater hätte Gartenarchitekt werden sollen. Mit seiner eigenen Hand hat er zum Telefonhörer gegriffen, um einem befreundeten Baggerbesitzer Zeit und Nerven zu rauben. Allein seine männliche Männlichkeit befahl der Feuerwehr, die mehreren tausend Liter Wasser in den Bio-Pool zu schleusen. Und es war sein Wille, nach der Arbeit in ein feuchtes Paradies eintauchen zu können, der meine Studienersparnisse minimierte.

Wenige Jahre später sitze ich in nassen Badehosen vor meinem Laptop und genieße die Erderwärmung, die das kühle Nass in einen Teich aus Gold verwandelt. Und mein Vater, der denkt schon weiter. Man soll hier in der Nähe Baggerseen pachten können…

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