Traumkino

Juli 30th, 2010 — 1 Kommentar

Mr Nobody. Moon. Inception. Innerhalb von drei Wochen habe ich drei Kinofilme gesehen, auf die ich seit mindestens einem Jahr gewartet habe. Alle drei darf man ruhig als moderne Meisterwerke bezeichnen, weil sie in einer Epoche des Kinos auftreten, die von Sequels, Prequels, Remakes und 3D dominiert wird. Es macht Spaß zu sehen, dass ohne Trendeinflüsse Independent-Charme versprüht wird. So sind die Regisseure auch die Autoren der Drehbücher und sie setzten ihre Ideen um, ohne ihre kreative Freiheit durch autoritäre Entscheidungen beschneiden zu lassen.

Die Filme mögen zwar in ihren Kosten variieren (5 Millionen bis 160 Millionen $), aber dennoch schaffen sie es allesamt auf ihre Weise philosophische wie auch psychologische Themen zu verarbeiten. Identität, Wahrheit und Wirklichkeit bilden ein dichtes und komplexes Themennetz, ohne sinnlos zu überfordern. Man kann sich zwar seine Gedanken machen, Referenzen suchen und interpretieren, aber man kann ebenso die starken Bilder fließen und die Geschichte auf sich wirken lassen. Da verzeiht man auch gern die Logiklöcher, die erst bei genauerem Betrachten hervorstechen.

Die größten Wellen schlägt erneut Christopher Nolan, der nun endgültig zum Blockbuster-Regisseur mutiert ist. Nachdem er The Dark Knight zu einem ernstzunehmenden Actionthriller anstatt zu einem stereotypen Comicfilm verwandelt hat, konnte er sich mit der Traumstudie Inception austoben und wieder seine Unfehlbarkeit unter Beweis stellen. Im Internet wird er sogar mit Kubrick und Hitchcock verglichen. Seitdem ich Memento eines Morgens auf Sat1 gesehen habe, bin auch ich vom Potential des Meisters des intelligenten Popcornkinos überzeugt. Böse Zungen werfen ihm zwar dünne Stories, flache Charaktere und Pseudointelligenz vor, aber erst diese Kritiker erlauben den Vergleich mit Meisterregisseuren.

Wah. Moon war schön, ich will die anderen beiden Filme auch sehen! ;)

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