
Das kulturelle Rundumpaket des Rhein-Main-Gebiets hat sich mir wieder offenbart. Diesmal zog es mich nicht in ein, nicht in zwei, sondern gleich in vier Frankfurter Einrichtungen für’s intellektuelle Gaffen. Samstag hatten nämlich ab 19 Uhr rund 50 Museen in Frankfurt und Offenbach zur Nacht der Museen geladen. Das ist praktisch eine Kulturflatrate mit Extrawurst. Denn neben normalen Ausstellungen gab es unzählige Workshops, Filme, Musiker, Comedians, Theater und und und.
So war im todlangweiligen Ikonenmuseum Bernhard Hoecker, den ich weder hinter den Menschenmassen sah, noch irgendwie lustig fand. Außerdem vermisste ich die Bauchtänzerinnen im orientalisch eingerichteten Hof.
Sofort ging es weiter zum Westhafen Tower. In den Bus quetschen. Zwanzig Minuten anstehen. Dreißig Stockwerke über Frankfurt Fotos über Frankfurt ansehen. War nur noch cooler, weil man chillend auf die leuchtende Stadt unter einem schauen konnte – mit Live Band hinter einem.
Nächster Halt war das Senckenbergmuseum. Das ist das mit den Dinos. Also blühte mein Kinderherz auf und ich sprang zwischen den bunt beleuchteten Knochen herum und lief abnormal glücklich von ausgestopften Vögeln zu präparierten Säugetieren. In der Haupthalle gab es außerdem einen DJ. Awesomeness hoch drei!
Abschließend schlenderten wir durch einen finsteren Palmengarten. Der war idyllisch langweilig. Es war cool zwischen den Palmen und Kakteen ein paar echte Kakaobohnen und Zimtstangen zu naschen, aber das war auch das einzige.
Leider war es dann auch schon vorbei. Eine Nacht ist einfach zu kurz. Ich hätte am liebsten noch mehr mitgenommen. Nächstes Mal renne ich durch mindestens zehn Museen. Ohne Begleitung. Und vielleicht ohne Bekleidung. Aber bis dahin ist ja noch Zeit.