Es begann am 8.8.2010 und endete am 16.7.2011. Mein Freiwilliges Soziales Jahr war eine Achterbahnfahrt, wie sie nicht schöner hätte sein können. Unzählige bester Menschen liefen mir über den Weg. Ein Dutzend Freunde für’s Leben. Wir teilten Arbeit und Freizeit, Glück und Unglück, Stress und Ruhe, Streit und Liebe.
Man erwartet viel. Oft Falsches. Aber im Endeffekt ist es doch mehr, als man sich vorstellen konnte. Die Tränen, die wir vergossen, fließen in keinem Studienjahr und in auch in keiner anderen WG dieser Erde. Der Dienst, den wir vollbrachten, hat mehr Herzen erfüllt als ein Hollywoodfilm. Die Liebe, die wir fanden, ist die reinste, die zwischen Menschen existieren kann.
Es gibt nun so viele Orte, die mich an euch erinnern werden. Sei es Luxemburg oder der Europa Park, Sylt oder die Schweiz. Die Fotos, die dort entstanden, sind Gefühlskonserven. Wie ein guter Wein liegen sie auf meiner Festplatte, um mit jedem Tag besser zu werden. Die Musik, die wir hörten, ist meine Zeitmaschine. Und wir haben viel Musik gehört. Querbeet durch alle Genres. Mein größter Wunsch war, Menschen zu begegnen, die meine Musik hören und lieben, mit mir meine Lieblingsfilme schauen und weinen. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen.
Tut mir Leid, wenn ich am Ende weniger tun konnte als zu Beginn des Jahres, wo ich ohne Pausen gearbeitet hatte. Ich entschuldige mich für meine Phasen, in denen ich zu viel von allen erwartete und in Depressionen versank. Aber ich entschuldige mich nicht für dreckige Witze und schlechte Gewissen, für verdrehte Augen und verwöhnte Rücken. Nie wieder wird es so viele Massagen geben und niemals legendärere Umarmungen.
Während ihr zurückblickt, muss ich mich daran gewöhnen, nach vorne zu schauen, weil mein Jahr des Lebens noch nicht vorbei ist. Es wird verlängert. Mit neuen Menschen und anderen Erlebnissen. Allerdings lassen sich Abschied nehmen und willkommen heißen so schwer vereinbaren. Ich habe jetzt eine Woche Zeit, um zehnmal “Tschüss!” in zwölfmal “Hallo!” zu verwandeln.
Es war so perfekt. Und es wird wieder perfekt.
Danke, People’s Theater.