11. Januar 2012

Hip-Hop Podcast.

Ich höre sehr gerne Podcasts. Am liebsten gute. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinen guten über deutschen Hip-Hop gibt, was mich sehr wundert. Denn eigentlich scheint die deutsche Rap-Szene sehr internetaffin zu sein. Jeder Rapper hat einen Twitter-Account, es gibt unzählige Blogs zum Thema und sauviele halbprofessionelle Nachrichten- und Reviewseiten. Hip-Hop ist so vielschichtig, dass man sogar mehrere unabhängige Podcasts damit füllen könnte. Neben der Graffiti- und Breakdance-Szene bietet es allein musikalisch eine Bandbreite von Oldschool bishin zu Straßenrap und der neuen Generation in Form von Casper, Cro und co. Also das reinste Keimbecken für Podcaster. Eigentlich.

Wo liegt nun das Problem? Kam noch niemand auf die Idee oder hat sich die Idee nicht durchgesetzt? Wahrscheinlich traut sich niemand. Die deutsche Rap-Szene ist vielleicht zu kritisch, als dass sich jemand öffentlich mit seiner Stimme zum Thema äußern wollen würde. In der Vergangenheit haben sich viele Hopper nicht unbedingt tolerant innerhalb der Szene gezeigt. Jeder Hype hat seine Hater. Seien es Fans von Prinz Pi, die sich mehr über seine Frisur auslassen, als seine Musik zu feiern. Oder Forenbeiträge, in denen Casper bestenfalls den Titel “Emo-Rapper” trägt.

Man sollte darüber hinweg sein – oder zumindest darüber hinwegsehen. Rapper tragen heute tighte Jeans und alle Mütter wurden bereits gefickt. Die Top Ten ist wieder ein realistisches Ziel und die Fans sind andere, als noch vor zehn Jahren. Nachdem sie gesundgeschrumpft ist, wächst die Szene wieder, ohne alte Werte abzustoßen. Rap ist vielschichtig geworden. Und so wie die neuen Einflüsse akzeptiert werden, sollte auch jede Meinung zu dem Thema akzeptiert oder konstruktiv diskutiert werden. Ist es also nicht langsam an der Zeit für einen Podcast über deutschen Hip-Hop?

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