23. Dezember 2010

Uh… wie die Zeit vergeht.

Neben den ganzen Emotionen und Gedanken zeigt mein Blog erneut, wie viel oder wenig Zeit ich habe. Im Moment sind ja Ferien und die Stunden brauchen länger, um mich in Zeitnot zu bringen. Die Arbeit der letzten Wochen war sehr intensiv. Insgesamt weniger stressig, weil fokussierter und erfahrener gearbeitet wurde, aber es bot sich weiterhin keine wirkliche Verschnaufpause.

Vielleicht war es gerade deshalb so eine schöne und besinnliche Atmosphäre in der WG. Die befürchteten Winterkloppereien blieben aus und die Gruppenaktivitäten nahmen zu. Wir waren Shoppen, Schlittschuhlaufen und Schwimmen und aßen gemeinsam in und neben Weihnachtsmärkten. Wenn die Luft dick wurde, hob man das für sich auf. Auf Streit und Zoff hatte niemand Lust.

Die Gegenwart ist toll. Alles erscheint so klar, dass es eigentlich ein Traum sein müsste. Ich weiß, was ich will und wie ich es erreiche. Wie es weitergeht? Ich habe keine Ahnung. Die Zukunft ist milchig-verschwommen. Vielleicht auch besser so, denn erwartungslos lebt sich’s leichter.

27. November 2010

Dank meiner FSJ-Stelle durfte ich zu Beginn der Woche im Frankfurter Römer sein. Und zwar in dem Saal, der direkt zum bekannten Balkon führt, wo sich unsere nationalen Fußballer immer für vergeigte Weltmeisterschaften feiern lassen. Auch unser Verein durfte sich feiern lassen. Und zwar waren wir einer von mehreren Gewinnern des Preises “Aktiv für Demokratie und Toleranz”. Ich hatte die Ehre, die gerahmte Urkunde entgegenzunehmen und ein paar Sätze über unsere Arbeit zu verlieren.

Viel interessanter war aber das anschließende Theaterstück, welches wir präsentierten. Ich spielte den rassistischen und vorurteilsvollen Vater, der den persischen Freund der Tochter mit Hasspredigten beschimpft und beleidigt. Öffentlich Konflikte auszutragen, ist ganz großes Kino. Für die Frankfurter Rundschau waren wir “die Stars der Veranstaltung”.

21. November 2010

Trotz der schönsten Zeit meines Lebens erlebe ich im Moment viele Rückschläge. Körperlich geht es wieder bergab und seelisch tut auch vieles weh. Die Arbeit ist der Hammer, aber einiges bleibt Unausgesprochen und auf allem wird sich ausgeruht. Die WG wird zum Symbol der Enge. Wir sitzen aufeinander und schauen aus dem Fenster in den grauen Himmel, der im Minutentakt von landenden Flugzeugen gekreuzt wird.

Noch nie habe ich verstanden, wie Sport der Psyche hilft. Doch der Alltagstrott zeigt mir eindrucksvoll, wie wichtig Ausgleich ist, wenn man tagein, tagaus die selbe Wand anstarrt. Rauszugehen, um neue Eindrücke zu sammeln und den Körper zu entlasten, das werde ich mir von nun an vornehmen.

In den nächsten Wochen stehen also diverse Weihnachtsmarktbesuche an. Schon gestern sammelte ich mit Michi vorweihnachtliche Eindrücke in Frankfurt. Das war toll und wird noch toller werden, wenn es nach Glühwein, gebrannten Mandeln und Zimt duftet. Es wird immer besser – dieses soziale Jahr.

28. Oktober 2010

23. Oktober 2010

Hotel Mama. Früh morgens. Kurz vor dem Nickerchen. Ich mache mir Gedanken über meine Zukunft. Ich will etwas Kreatives machen. Ich möchte Bilder erschaffen und Emotionen erzeugen. Am liebsten würde ich gleich morgen damit anfangen, aber ich hänge an zu vielen Strängen, um mich mir nichts dir nichts in dem kreativen Konkurrenzdschungel zu etablieren. Übung macht den Meister. Außerdem muss ein Studium her. Dafür muss man sich informieren und alle Möglichkeiten abwägen. Meistens bleibe ich dabei realistisch, aber dennoch versuche ich, die Träume nicht in den Hintergrund abtreiben zu lassen. Ich will nicht große Träume durch sichere Chancen ersetzen, aber jede Textzeile und jeder zusätzliche Informationsfetzen nimmt mir die Zeit zum Üben. Meine Kreativität stumpft ab und ich habe Angst, nicht mehr das Potential zum Kreieren zu haben, wenn ich mich beweisen muss.

Aber vorerst hat das FSJ Priorität. Denn auch wenn es mir sehr viel Zeit nimmt, war es immer noch die beste Entscheidung meines Lebens. Von der nächsten kann ich das dann hoffentlich auch behaupten.