9. Januar 2012

Eine Billion Dollar.

Fertig gelesen und zufrieden damit.

Ich bin alles andere als eine Leseratte. Ich liebe zwar Bücher, ihre Cover und das Gefühl, eines in Händen zu halten, aber nichtsdestotrotz lese ich unregelmäßig, wie und was ich will. Zum Beispiel Andreas Eschbachs Roman “Eine Billion Dollar“. Mit rund 800 Seiten eines dieser nahezu dicken Bücher, die ich sonst meide. Ich verschlang es aber schneller und lieber, als viele andere, weil sich die Geschichte in einem tollen Fluss liest.

Es geht um John Fontanelli, der sagenhafte eine Billion Dollar erbt. (Das sind tausend Milliarden.) Er ist somit schlagartig der reichste Mann auf der Welt und soll mit seinem Vermögen die Zukunft der Menschheit sichern. Und mehr will ich gar nicht verraten. Mich faszinierte bereits diese Ausgangslage. Und wie es so ein Bestseller heutzutage an sich hat, lernt man ganz nebenbei zahlreiche wirtschaftliche Zusammenhänge. Also für mich waren sie zumindest neu, weil ich viel zu oft schlecht über BWL-Studenten rede. Jetzt habe ich aber das Gefühl, zumindest die Idee und die Zusammenhänge dieser Finanzwelt zwischen ein paar Seiten Papier erkannt zu haben.

Holt es, leiht es oder lasst es euch schenken, wenn ihr Lust auf ein verständliches Sachbuch in der Verpackung eines interessanten Romans habt.

6. Januar 2012

FSJ

Ich war in Luxemburg und in der Schweiz. Ich hatte ein schönes Seminar im Schnee und kündigte meinen FSJ-Vertrag, um weitere Seminare zu vermeiden. Ich blieb aber als Praktikant in Offenbach und verlängerte mein Jahr um ein paar Monate. Ein neues Team wurde begrüßt und ein großes Fest wurde gefeiert. Schlussendlich verließ ich die WG und zog wieder ins Hotel Mama ein.

 

Studium

Ich entschied mich spontan, mich an der HAW für Kommunikationsdesign zu bewerben. Ich machte kurzer Hand eine Mappe. Ich kaufte mir ein MacBook. Ich wurde zur Eignungsprüfung eingeladen. Ich verbrachte Zeit in Hamburg. Ich bestand die Prüfungen. Ich bewarb mich mit meiner Prüfungs-Note. Und jetzt warte ich bis Ende Januar auf eine Antwort.

 

Konzerte und Veranstaltungen

Davon gab es jede Menge. Im Februar sah ich in der Schirn eine Ausstellung über Courbet und auf der Mathildenhöhe eine über Expressionismus. Ich war im English Theatre und im Red Cat. Die Nacht der Museen war schön und das Musikschutzgebiet war klasse. Auf dem Hessentag sprengte die YOU-FM Night alles dagewesene, sogar die riesige Just White Party und Linkin Park. Das Museumsuferfest war pure Liebe und das Folklore ein kleiner Traum. Mit dem besten Michi sah ich Prinz Pi, Casper und Maeckes live. Mit dem besten Basti war ich in Stuttgart auf eine Konferenz über Web-Developement. Außerdem träumte ich zu Filmmusik in der alten Oper.

 

Also

Ich wurde runde 20. Ich traf Entscheidungen und lernte Dinge, die ich niemals vergessen werde. Ich lernte beste Menschen kennen und ich verliebte mich. Ich war ständig unterwegs und immer beschäftigt. Meine Krisen waren gut. Meine Erfolge waren besser.

Danke an alle, die bei mir waren.

3. Januar 2012

Der Gott des Gemetzels

Wenn ich ins Kino gehe, sind die Filme generell gut. Entweder ich informiere mich vorher über die Qualität oder mein wegweisender Geschmack führt mich vor die richtige Leinwand. Auch Roman Polanskis “Der Gott des Gemetzels” war wieder jeden Cent wert.

Im Kasseler Gloria, einem kleinen Programmkino, wo noch die Filmtitel mit einzelnen Lettern über dem Eingang prangen und freie Platzwahl herrscht, setzen wir uns in die rustikalen Klappsessel mit bester Beinfreiheit. Nach einigen Trailern europäischer Indiependent Produktionen beginnt der Film mit dem Streit zweier Jungs. Der eine haut dem anderen einen Stock ins Gesicht. Aus dem Konflikt ergibt sich ein versöhnliches Treffen der beiden Elternpaare. Zumindest wirken die ersten Minuten streitschlichtend, bis die unterschiedlichen Gemüter der Anwesenden aufeinanderprallen. Daraus entsteht ein Streit nach dem anderen, aus dem sich jeder auf seine Art und Weise, zu befreien versucht. Es gipfelt in einer kindischen Schlacht aus Beleidigungen und Peinlichkeiten.

Vier Stars in einer Wohnung

Das Kammerspiel zeichnet sich durch seine Schlichtheit aus. Man sieht es dem Film an, dass er auf einem Theaterstück basiert. Umso stärker wirken die fantastischen Schauspieler, wenn sie sich im begrenzten Raum einer Wohnung aufhalten. Christoph Waltz und Kate Winslet spielen die Familie Cowan, die sich durch Erfolg und Pragmatik auszeichnen. Sie sind zu Gast bei den Longstreets, die von John C. Reilly und Jodie Foster verkörpert werden. Die Longstreets haben ein ausgeprägtes Rechtsbewusstsein und führen ein kleinbürgerliches Leben. Die Rollen sind klar verteilt, wirken nicht aufgesetzt und haben alle ihre kleinen Macken, die den Plot vorantreiben.

Ohnehin sind der Aufbau der Story und die Steigerung des Gemetzels sehr konsistent. Trotz der zunehmenden Streitigkeiten gibt es nur wenige Möglichkeiten, die eine Flucht aus der Situation und somit ein abruptes Ende erlauben würden, und diese werden durch allerlei Un- und Einfälle geschickt verhindert. Der Film ist eine tolle Komödie für ein erwachsenes Publikum, weil die Handlungen und Dialoge voller Situationskomik und Seitenhiebe stecken. Mit jeder Minute Laufzeit bröckelt die höfliche Fassade jedes Charakters, bis aus wohlwollenden Lügnern grundehrliche Arschlöcher werden. Bis das passiert ist, haben sich längst aus den zwei Familienfronten neue lose Parteien gebildet, die im ständigen Wechsel einer der vier Meinungen die Opferrolle zuschieben.

Roman Polanski zeigt uns mit “Der Gott des Gemetzels” eindrucksvoll, wie kindisch Eltern handeln, obwohl sie kritisch über das Verhalten ihrer Kinder urteilen. Der Film hat meinen Segen.

Links

 

31. Dezember 2011

Was es war, ist und sein wird.

Ich war in meinem Freundeskreis einer der ersten, der sich in Facebook herumtrieb und sich schnell daran gewöhnt hat, bald kein VZ mehr zu benutzen. Natürlich hatte ich von Facebooks Erfolg gehört und der billigen Kopie durch Studi-VZ, aber ich begriff es erst, als ich selbst angemeldet war. Dieses Facebook war so unglaublich offen verglichen mit der damaligen deutschen Konkurrenz, die sich durch die aufwendige Registrierung, durch verschiedene Zielgruppen (Schüler und Studenten) und durch die Trennung der persönlichen Pinnwände sehr eingeschränkt anfühlte. Lange Zeit dachte ich sogar, dass der durchschnittliche Internetnutzer nicht mehr Funktionen bräuchte und vielleicht überfordert sei durch Facebooks Versuch alle Aktivitäten in einer Seite zu vereinen.

Natürlich war das kein Problem und es wurde sogar zur Stärke. Alles war vereint. Man konnte von einem Punkt aus mit allen Freunden in allen Ländern kommunizieren. Man musste nicht mehr zwei Netzwerke und 200 verschiedene Pinnwände abklappern, um auf dem neuesten Stand zu sein. Das war fantastisch und wurde mit jedem neuen Freund besser. Doch jedes Wachstum hat seine Grenzen. Entweder man hat irgendwann genug Freunde oder man hat so viele Freunde, dass es unübersichtlich wird. Es kommen Nachrichten durch Likes hinzu und plötzlich ist deine Timeline ein Müllhaufen, den es zu durchwühlen gilt, um wertvolle Beiträge zu bergen. Manch einer fängt an dieser Stelle an, Listen zu erstellen und sein Netzwerk-Erlebnis zu systematisieren. Mit jedem neuen Freund oder Like wird gefiltert.

Erst vor Kurzem sah auch Facebook-Mastermind Mark Zuckerberg (als Reaktion auf Google+ Circles) die Notwendigkeit, das Sortieren und Filtern zu vereinfachen. Nun wird jeder automatisch, halbautomatisch oder manuell in eine Liste gesteckt. Das war auf den ersten Blick nicht perfekt, aber auf jeden Fall ein gut gemeinter Versuch, Übersicht zu verschaffen. Wenn ich mich jetzt einloggen würde, sehe aber folgendes: ein langer unsortierter Stream, zu dessen Inhalt ich gleich noch kommen werde. Es ist immer noch unübersichtlich, wenn ich nicht sofort auf eine Liste klicke, in der meine wichtigen oder besonders auffälligen Facebookfreunde stehen. Dort ist die Welt noch in Ordnung, oder? Eigentlich habe ich mir doch gerade einen Vorteil zerstört, indem ich von der zentralen Sammelseite auf eine Unterseite gewechselt bin, in der ich nur noch einen Bruchteil meiner Kontakte erlebe. Und wenn ich dann noch gezielter suche, klicke ich mich durch einzelne Profile, wie in alten VZ-Zeiten. Plötzlich fühlt sich Facebooks Größe überwältigend an und ich suhle mich in einem Bruchteil der Informationen, weil die übersichtlicher sind.

Facebooks Wachstum zeigt sich ja nicht nur in der Zahl der Mitglieder, sondern auch im Funktionsumfang. Ich verliebte mich in diese Seite, als es gefühlt nicht mehr als die Statusnachrichten, die privaten Nachrichten und Farmville gab. Jetzt gleicht Facebook einem Betriebssystem mit unzähligen Programmen und Kommunikationsmöglichkeiten. Und immer wenn es zwischen Chat, Videochat, privaten Nachrichten, Spieleanfragen, Seiten und Gruppen enger und unübersichtlicher wird, denkt sich Herr Zuckerberg etwas Neues aus, um Facebook noch größer machen zu können. Zuerst verknüpft er die Chats mit den Nachrichten und als nächstes haut er all unsere chaotischen Informationen in eine übersichtliche Chronik. Die Chronik zeigt, was aus dem Netzwerk werden soll: eine digitale Dokumentation des eigenen Lebens. Man kann jedes Ereignis von der Geburt, über einen Umzug bishin zur Beerdigung online verewigen. Man wird nun theoretisch jeden Menschen detailliert erforschen können, als hätte man ein umfangreiches Tagebuch zur Hand.

Wie versprochen, komme ich zum Inhalt. Es begann mit Sätzen und Fotos. Nun kann man nach Links und Videos auch Musik posten. Facebook ist nicht (nur) unübersichtlich geworden, weil es einen Großteil der Weltbevölkerung zu seinen Mitgliedern zählt. Viel mehr verantwortet der Funktionsumfang den Müllberg, vor dem ich nach jedem Login sitze. Denn anstatt geistreiche, witzige und interessante Geschichten von meinen besten Freunden zu lesen, werde ich von Fotoalben, Links und Videos erschlagen. Und wenn mal ein paar geschriebene Wörter auftauchen, ist gleich die halbe Welt verlinkt und man berichtet von Nichtigkeiten. Es schneit also, aha. Der letzte Abend war geil, okay. Maria ist wieder vergeben, oha.

Ach Facebook, noch bist du ein unausweichlicher Klick, aber wenn es so weitergeht, sehne ich mich nach einer Konkurrenz mit weniger Kompromissen und mehr Qualität.

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30. Dezember 2011

Little Big Planet meets Back To The Future.

Ich kenne den zweiten Teil noch nicht, aber ich weiß noch, wie wild ich damals auf den ersten war. Little Big Planet ist eines dieser wenigen Spiele, die aktiv zur Kreativität anregen. Wie ein Sandkasten voller Spielzeug fühlt sich der Baumodus an. Im zweiten Teil wurde dieses Herzstück des Spiels nochmal um ein paar Extras verfeinert. So kann man jetzt auch Schnitte setzen und die Kamera beeinflussen. So entstehen nicht nur diverse Levels und eigene Spiele, sondern auch Filme. So wurde zum Beispiel das Finale aus “Zurück in die Zukunft” für die Umstände äußerst detailliert mit den possierlichen Sackboys nachgebaut (Link zum Video). Und wenn ein Spiel das (ohne Mods und Hacks) schafft, ist es verdammt nochmal ein lohnenswertes Spiel.

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